Richtig Stoßlüften um ein optimales Raumklima zu bekommen

30. September 2020

Richtig Stoßlüften um ein optimales Raumklima zu bekommen

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Stoßlüften – Aber richtig!

Feuchtigkeit und Schimmelpilze können die Folge sein, wenn in der Wohnung falsch gelüftet wird. Nicht immer ist bekannt, wie die Technik des korrekten Stoßlüftens funktioniert und wie lange denn nun eigentlich gelüftet werden soll.

Dieser Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen zum Stoßlüften und erklärt auch, ob denn auch die Heizung abzuschalten ist, während die Wohnung gelüftet wird.


Stoßlüften – Kurz und knapp

Wenn Sie die alte Luft in einem Raum durch frische Luft ersetzen möchten, dann ist das Stoßlüften eine gute Lösung. Am besten lüften Sie die Wohnung pro Tag viermal. Je nach Jahreszeit können Sie die Fenster und Türen zwischen 5 und 25 Minuten öffnen. Das Stoßlüften spart rund 200 Euro Heizkosten im Jahr, wenn Sie es mit dem Dauerlüften vergleichen.

Wie wird „Stoßlüften“ definiert?

Die Formel des Stoßlüftens ist ganz einfach: Alte Luft aus den Räumen, neue Luft hinein! Das ist auch schon das ganze Konzept des Stoßlüftens. Öffnen Sie die Fenster für kurze Zeit vollständig, damit ein schneller Luftaustausch möglich ist. Rechnen Sie abhängig von der Jahreszeit mit 5 bis 25 Minuten für das Stoßlüften und wiederholen Sie den Vorgang mehrmals täglich.

Das Stoßlüften sorgt für einen effektiveren Luftaustausch als das Dauerlüften mit dem gekippten Fenster. Durch die kurze Belüftungszeit verpuffen weniger Heizkosten nach draußen. Sie sparen also auch Geld, wenn Sie die Kunst des Stoßlüftens beherrschen. Schalten Sie während des Lüftens die Heizung kurz aus, dann vermeiden Sie es, die Straße vor dem Haus zu heizen. In Deutschland haben wir das große Glück, dass es das einfache und klare Wort „Stoßlüften“ gibt, in anderen Ländern fehlt ein solches Wort. Hier muss der Vorgang ausführlich beschrieben werden, um klarzustellen, was überhaupt gemeint ist.

Ein paar Hintergründe zum Stoßlüften

Eigentlich ist es ganz unkompliziert die Wohnung zu lüften. Und doch beweist die Praxis, dass vielerorts falsches Lüften zur Schimmelbildung im Haus führt. Informieren Sie sich deshalb genau, wie richtig gelüftet wird und welche Fehler zu vermeiden sind.

Die Dauer des Stoßlüftens

Die Jahreszeit bestimmt die Dauer des Stoßlüftens. Der Luftaustausch wird von der Temperatur und von der Luftfeuchtigkeit beeinflusst. Ein Blick in die Tabelle verrät Ihnen, welche Dauer zu welcher Jahreszeit passt. Diese Werte unterscheiden sich von Monat zu Monat. Tatsächlich kann ein längeres Stoßlüften die Wohnung im Sommer sogar aufheizen. Wenn Sie die Räume im Sommer kühl halten möchten, dann lohnt es sich, die Lüftungen vor allem in die frühen Morgenstunden und in den Abend zu verlegen. 

Auch die Größe des Raums beeinflusst die Dauer des Lüftens. Der Luftaustausch in einem kleineren Zimmer ist schnell erledigt, in größeren Räumen dauert dies etwas länger.

Wie oft am Tag sollte ich stoßlüften?

Belüften Sie Ihre Räume ungefähr viermal pro Tag. Auf diese Weise verhindern Sie Feuchtigkeit und Schimmelbildung. Sie können die Räume auch alle zwei Stunden lüften, wenn sich mehrere Menschen in einem Raum aufhalten. Bei hohen Außentemperaturen im Sommer kann es sinnvoll sein nur am frühen Morgen oder am Abend zu lüften. Dann aber am besten gleich für 30 Minuten. Tagsüber würde sich der Raum nur aufheizen. 

Auch die Dämmung des Hauses, der Zustand der Fenster und die Anzahl der Menschen, die sich im Haus aufhalten, beeinflussen die Notwendigkeit und die Häufigkeit des Stoßlüftens. Je mehr Menschen im Haushalt leben, desto öfters muss gelüftet werden. Sportliche Aktivitäten setzen viel Kohlendioxid frei. Die verbrauchte Luft macht und müde, so dass wir uns unwohl fühlen. Tauschen Sie die verbrauchte Luft nach dem Sport durch gutes Lüften sofort aus.

Stoßlüften und das Wetter

Die Geschwindigkeit des Luftaustausches wird von der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit bestimmt. Dies hat zur Folge, dass auch nicht jedes Wetter gleichermaßen für den Luftaustausch geeignet ist.

Bei Regen ist es normalerweise kein Problem zu lüften. Achten Sie allerdings darauf, dass das Regenwasser nicht durch das Fenster in die Innenräume kommt. Dies könnte zum Wasserschaden führen.

Auch bei Nebel kann das Stoßlüften funktionieren. Die Luftfeuchtigkeit ist auch in diesem Fall draußen geringer als drinnen. Der aktive Austausch funktioniert.

Bei Hitze geht der der Luftaustausch nur sehr langsam voran. Das Stoßlüften will bei Hitze nicht so recht gelingen. Außerdem heizen Sie auf diese Weise die Wohnung auf.

Bei Minusgraden sollten Sie die Zeit des Stoßlüftens kurzhalten. Auf diese Weise vermeiden Sie ein Auskühlen der Wände. Fünf Minuten sind bei kalten Wintertemperaturen in jedem Falle ausreichend.

Sie sehen: Stoßlüften kann bei fast jedem Wetter gelingen. Für den Werterhalt der bewohnten Immobilie und auch für Ihre Gesundheit ist richtiges Lüften also unverzichtbar. An heißen und schwülen Sommertagen kann auch ein Luftreiniger oder eine Klimaanlage eingesetzt werden.

Stelle ich die Heizung beim Stoßlüften ab?

Die können die Heizung mit gutem Gewissen herunterdrehen, während Sie lüften. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie nur fünf Minuten lüften oder eine halbe Stunde lang. Durch das geöffnete Fenster verpufft ein Großteil der Heizungsenergie nach draußen. Ist die Heizung während des Lüftens aktiv, so heizt sich der Heizkörper auf und die produzierte Wärme verfliegt sofort nach draußen. Schalten Sie deshalb die Heizung beim Stoßlüften ab. Das ist gut für die Umwelt und auch gut für Ihre Brieftasche. Selbst dann, wenn Sie einmal nicht die Natur im Blick haben sollten, Ihre Energiekosten werden es Ihnen danken. Sie können die Heizung auch schon ein paar Minuten vor dem Vorgang des Lüftens abstellen.

Stoßlüften: Praktisch und vorteilhaft!

Es braucht keine große Ausbildung, um die Kunst des Stoßlüftens zu erlernen. Fenster (und ggf. auch die Türen) auf und die Sache läuft. Und das Stoßlüften ist sehr effektiv. Der folgende Abschnitt soll Ihnen die Vorteile im Vergleich zu anderen Lüftungsmethoden aufzeigen. Die Vorteile für Ihre Wohnung und für Ihre Heizkosten.

Stoßlüften vs. Dauerlüften

Ja, es gibt auch noch andere Methoden für einen Luftaustausch zu sorgen. Da bieten sich etwa das Dauerlüften oder das Querlüften an. Welche Methode ist denn nun die Beste?

Stoßlüften und Querlüften in Kombination hat viele Vorteile. Nicht in jedem Haus gibt es die Möglichkeit, einen guten Durchzug herzustellen. Wer aber über diese Option verfügt, darf sie gerne nutzen. Gibt es nur ein Fenster im Zimmer, dann ist das Stoßlüften ausreichend.

Dauerlüften durch das gekippte Fenster ist hierzulande sehr verbreitet. Vor allem in der kalten Jahreszeit wird diese Praxis die Heizkosten aber in die Höhe treiben. Das Dauerlüften ist auch keine gute Prävention vor Schimmelbildung. Die Feuchtigkeit bleibt beim gekippten Fenster größtenteils im Raum.

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Stoßlüften als Prävention gegen die Schimmelbildung

Regelmäßiges Stoßlüften ist ein effektiver Schutz vor den Schäden der Schimmelbildung. Denn Schimmel in geschlossenen Räumen entsteht vor allem durch die Feuchtigkeit, die wir jeden Tag produzieren. Feuchtigkeit entsteht etwa:

  • Beim Kochen in der Küche
  • Beim Duschen und Baden in der Nasszelle
  • Beim Wäsche trocknen im Keller
  • Beim Atmen oder Schwitzen der Menschen

Diese Feuchtigkeit muss rechtzeitig aus den Räumen abgeführt werden. So vermeiden Sie die Schimmelbildung. Schimmel sieht unschön aus und kann sich auch nachteilig auf die Gesundheit der Bewohner eines Hauses auswirken. Mit Hilfe des Stoßlüftens reduzieren Sie die Luftfeuchtigkeit in den Räumen. Die feuchte Luft wird durch trockene Luft ersetzt.

Vor allem im Badezimmer und in der Küche dürfen Sie auf das Stoßlüften nicht verzichten, wenn Sie der Schimmelbildung entgegentreten möchten. Für Badezimmer ohne Fenster bieten sich Badlüfter an, die die Luftfeuchtigkeit senken.

Stoßlüften spart Energie

Mit regelmäßigem Stoßlüften sparen Sie nicht nur Energie, sondern auch Heizkosten. Und damit bares Geld. Die gemeinnützen Berater von co2online aus Berlin haben errechnet, wie groß die Ersparnis für einen Wohnfläche von 70 Quadratmetern in einem Mehrfamilienhaus mit Erdgas-Zentralheizung ist: Im Vergleich zum Dauerlüften werden beim Stoßlüften 2920 Kilowattstunden Heizenergie eingespart. Das entspricht Heizkosten im Wert von 225 Euro. Bei einer Wohnung mit einer Größe von 40 Quadratmetern liegt der Spareffekt immer noch bei 1750 Kilowattstunden bzw. 135 Euro. In zehn Jahren lassen sich also ohne Probleme rund 1000 Euro sparen. Und das nur durch ein geöffnetes Fenster. Es lohnt sich also, in gute Luft zu investieren.

Stoßlüften ist gesund

An heißen Sommertagen genügt ein kühles Getränk oft kaum, um im aufgeheizten Büro die benötigte Abkühlung zu bekommen. Der Schweiß steht uns auf der Stirn und der Computerbildschirm verschwimmt vor unseren Augen. Die Konzentration lässt nach. Und dann öffnet jemand das Fenster. Die frische Luft kommt in den Raum und reaktiviert Körper und Geist. Jeder von uns kennt diesen Moment.

Ein schneller Luftaustausch durch das Stoßlüften hilft uns dabei, dass wir wieder wach werden und uns besser konzentrieren können. Ein erhöhter Sauerstoffgehalt stärkt unsere Leistungsfähigkeit.

Lüften Sie deshalb vor allem auch im Büro immer regelmäßig. Tauschen Sie mit Hilfe des Stoßlüftens die CO2 geschwängerte Luft mit frischer Luft aus. Wenn Sie regelmäßig Lüften, dann sorgen sie auch dafür, dass sich keine Schadstoffe oder Staub in der Luft ansammeln. Auch dies kann anderenfalls zu einem Risikofaktor für Ihre Gesundheit werden. Abgestandene Luft riecht nicht gut, sie kann auch unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit stören. Und natürlich das Raumklima. Öffnen Sie einfach das Fenster. Lassen Sie die „verbrauchte“ Luft raus.

FAZIT

Mit Hilfe des Stoßlüftens nutzen Sie eine einfache Technik für den schnellen Austausch von Raumluft. Wenn Sie drei oder viermal pro Tag stoßlüften, dann beugen Sie auf diese Weise gegen Schimmelbildung vor und Sie erhöhen den Sauerstoffgehalt in den Räumen. Das ist gut für Körper und Geist, aber auch für die Brieftasche. Denn Stoßlüften reduziert die Heizkosten.


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